Worum geht es hier?

Diverse Begriffe aus der Digitaltechnik vom Fachmann kurz erklärt.

Stichworte rund um die digitale Steuerung

Was ist was? Gerade Neueinsteiger in die Digitaltechnik werden mit vielen unbekannten Begriffen aus der Digitaltechnik konfrontiert. Hier wird versucht, ein wenig Licht ins Dunkel zu bringen.

Was ist Lastregelung, wof√ľr brauche ich Schaltdecoder?

Kersten Tams besch√§ftigt sich seit vielen Jahren mit der Modellbahn-Elektronik und bietet inzwischen zahlreiche Komponenten f√ľr die Modellbahn-Steuerung an. Hier bei Modellbahn-Online erl√§utert er wichtige Begriffe aus der Digitaltechnik.

Anfahr- und Bremsverzögerung
Kehrschleifenmodul von TAMS.

Die Anfahr- und Bremsverz√∂gerung legt fest, wie viel Zeit bis zum Erreichen der n√§chst h√∂heren bzw. niedrigeren Fahrstufe vergeht. Die meisten Lokdecoder bieten die M√∂glichkeit, die Anfahr- und Bremsverz√∂gerung den jeweiligen Anforderungen anzupassen. Bei vielen Lokdecodern k√∂nnen unterschiedlich lange Zeiten f√ľr die Anfahr- und die Bremsverz√∂gerung festgelegt werden.

Booster

Booster verst√§rken die von der Zentrale gesendeten digitalen Signale, und versorgen einen eigenen Streckenabschnitt mit Strom. Sie werden ben√∂tigt, wenn der von der Zentrale gelieferte Strom nicht f√ľr die Versorgung aller angesteuerten digitalen Verbraucher ausreicht. In Streckenabschnitten, die an ungeregelte Booster angeschlossen sind, k√∂nnen auf Grund von Spannungsschwankungen die Fahrgeschwindigkeiten der Loks und die Helligkeit der Beleuchtungen variieren. Geregelte Booster halten die Spannung im angeschlossenen Streckenabschnitt konstant und verhindern dadurch derartige Schwankungen.

Funktionsdecoder

Funktionsdecoder k√∂nnen im Gegensatz zu Lokdecodern keine Motoren ansteuern, sondern ausschlie√ülich zus√§tzliche Verbraucher, wie z.B. Ger√§uschmodule, Rauchgeneratoren oder Beleuchtungen. Daher k√∂nnen sie meist eine gr√∂√üere Anzahl von Verbrauchern oder Verbraucher mit h√∂herem Stromverbrauch schalten als Lokdecoder. Sie werden z.B. in Steuerwagen oder Waggons zum Schalten der Beleuchtung eingesetzt. Sie k√∂nnen auch zur Erg√§nzung von Lokdecodern dienen, wenn die Funktionsausg√§nge am Lokdecoder bereits belegt sind oder nicht mehr gen√ľgend Strom liefern k√∂nnen.

Geschwindigkeitskennlinie

Die Geschwindigkeitskennlinie eines Lokdecoders ordnet den einzelnen Fahrstufen eine bestimmte Motorspannung zu. Im Normalfall wird sie so eingestellt, dass die Lok bei kleinster Fahrstufe gerade anf√§hrt und bei h√∂chster Fahrstufe die dem Loktyp entsprechende H√∂chstgeschwindigkeit erreicht. Je nach Ausstattung des Decoders k√∂nnen die Motorspannungen bei kleinster und gr√∂√üter Fahrstufe sowie bei einer oder mehreren weiteren Fahrstufen festgelegt werden. F√ľr die Bereiche zwischen den definierten Fahrstufen werden die Motorspannungen meist geradlinig interpoliert.

Lastregelung

Loks werden bei gleichbleibender Motorspannung langsamer, wenn sie bergauf oder in eine Kurve fahren oder wenn zus√§tzliche Waggons angeh√§ngt werden. Lastgeregelte Lokdecoder beeinflussen die Motorspannung so, dass die Geschwindigkeit der Lok im Fahrbetrieb bei einer gew√§hlten Fahrstufe immer konstant bleibt. Der Haupteinsatzbereich f√ľr lastgeregelte Lokdecoder sind Schnell- und G√ľterzugloks. Bei Rangierloks ist eine Lastregelung nicht erforderlich, bei Schienenbussen f√ľhrt sie zu einem nicht vorbildgerechten Fahrverhalten.

Lokdecoder
Lokdecoder von TAMS.

Lokdecoder empfangen die digitalen Signale von der Zentrale, steuern den Motor an und beeinflussen damit die Geschwindigkeit und die Fahrtrichtung der Lok. Au√üerdem schalten sie die Beleuchtung der Lok sowie ggf. weitere Funktionen. Je nach Ausstattung k√∂nnen die Decoder √ľber die Definition der Geschwindigkeitskennline, der PWM-Periode und der Anfahr- und Bremsverz√∂gerung an die individuellen Fahreigenschaften der Lok und an die Vorstellungen des Nutzers angepasst werden. Motorart

Motorart

Modellbahnloks k√∂nnen mit verschiedenen Arten von Motoren ausgestattet sein. Drei Motorarten sind typisch: Allstrommotoren (auch als Wechselstrommotoren bezeichnet), Gleichstrommotoren sowie Glockenankermotoren (auch als Fauhalbermotoren bezeichnet), die eine besondere Art von Gleichstrommotoren darstellen. Die Lokdecoder m√ľssen an die spezifischen Eigenschaften dieser verschiedenen Motorarten angepasst sein. Ein Lokdecoder f√ľr Allstrommotoren ist daher nicht f√ľr die Ansteuerung von Gleichstrommotoren geeignet - und umgekehrt.

PWM-Periode

Die Impulse, mit denen ein Lokdecoder den Motor ansteuert, werden in einer bestimmten Frequenz wiederholt. Diese Frequenz wird durch die PWM-Periode festgelegt. Durch Ver√§ndern der PWM-Periode kann der Lokdecoder an die individuellen Fahreigenschaften der Lok angepasst werden. In der Regel werden nur Lokdecoder f√ľr Gleichstrommotoren mit der M√∂glichkeit zur Anpassung der PWM-Periode angeboten.

Rangiergang
MM-Weichendecoder von TAMS.

Manche Decoder erm√∂glichen (in der Regel √ľber eine Funktionstaste) das Umschalten in den Rangiergang. Der Rangiergang ist eine zweite Geschwindigkeitskennlinie, bei der die Geschwindigkeit aller Fahrstufen gegen√ľber der Standard-Geschwindigkeitskennlinie um einen bestimmten Prozentsatz verringert wird.

Schaltdecoder

Schaltdecoder dienen zum Ein- und Ausschalten von beliebigen Verbrauchern (z.B. Lichtsignalen, Streckenabschnitten, Hausbeleuchtungen etc.). In der Regel können Schaltdecoder jeweils vier verschiedene Verbraucher unabhängig voneinander ansteuern.

Weichendecoder

Weichendecoder dienen zum Umschalten von Weichen und anderen Magnetartikeln (z.B. Fl√ľgelsignalen). Im Gegensatz zu Schaltdecodern senden sie nur einen kurzen Umschaltimpuls. Es gibt Weichendecoder, die nur eine Weiche steuern, aber auch Weichendecoder, die vier verschiedene Weichen unabh√§ngig voneinander steuern k√∂nnen. F√ľr die Steuerung von motorischen Weichenantrieben werden spezielle Weichendecoder ben√∂tigt.

Der Text ist aus dem Katalog von TAMS entnommen.

Mehr zu den angebotenen Produkten von Kersten Tams gibt es unter http://www.tams-online.de.

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