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Die Digitaltechnik erlaubt es auf recht einfache Weise, den Lichtwechsel bei digitalisierten Loks vorbildgerecht zu gestalten. Wie das geht, wird hier beschrieben.

Lichtwechsel bei digitalisierten Loks

Das Thema erscheint auf den ersten Blick banal, haben Decoder doch extra AusgĂ€nge fĂŒr den automatischen Lichtwechsel. Ist damit alles klar? Nein!

Vorbildgerechter Lichtwechsel

Die Digitaltechnik macht es möglich. Eine V 100 zuckelt mit mĂ€ĂŸiger Geschwindigkeit und gleichmĂ€ĂŸiger Fahrt mit einer Garnitur Silberlinge ĂŒber die Strecke. Die DĂ€mmerung ist bereits hereingebrochen, daher hat der LokfĂŒhrer die Lichter an der Lok eingeschaltet. Auch die Beleuchtung in den Silberlingen sind eingeschaltet und werfen ein sanftes Licht auf die Umgebung. Die Garnitur kommt nĂ€her und fĂ€hrt vorbei. Doch was ist das? An der V 100 brennen die roten RĂŒckleuchten! DafĂŒr haben die Silberlinge keine roten Zugschlussleuchten!

Da sind die Möglichkeiten der Digitaltechnik wohl nicht wirklich ausgenutzt worden.....

Ich möchte hier aufzeigen, wie eine Lok so digitalisiert, dass die Schaltung der Lichter vorbildgetreu möglich ist. Das bedeutet, wenn die Lok alleine fĂ€hrt, soll es möglich sein, vorne die weiße Dreifachbeleuchtung und die roten Schlusslichter einzuschalten. Wird ein Zug gezogen, soll nur die weiße Dreifachbeleuchtung eingeschaltet und wenn ein Zug geschoben wird sollen nur die roten Schlusslichter eingeschaltet sein. Last but not least soll natĂŒrlich auch die Rangierfahrt nicht vergessen werden, bei der vorne und hinten die weiße Dreifachbeleuchtung eingeschaltet ist.

Wie das generell geht und was bei der Steuerung mit dem Fred vom FREMO zu beachten ist, haben Reinhard MĂŒller und Armin MĂŒhl in Ihren Artikeln bereits beschrieben. Ich nehme hier als Demonstrationsobjekt die GerĂ€te von Uhlenbrock (Intellibox und Daisy- bzw. Fred-Handregler).

Digitalisierung einer ROCO V 100

Umbaukandidat ist eine V 100 von Roco, eingebaut werden soll ein ZIMO MX 63. Dieser Decoder ist von der BaugrĂ¶ĂŸe her noch ohne grĂ¶ĂŸere Änderungen an der Lok einbaubar und verfĂŒgt neben den normalen LichtausgĂ€ngen noch ĂŒber zwei zusĂ€tzliche FunktionsausgĂ€nge, die mit F1 und F2 schaltbar sind.

Abb.: RĂŒdiger BĂ€cker (fĂŒr grosses Bild bitte anklicken)

Schauen wir uns zunÀchst einmal an, wie die Platine in der Lok aussieht. Alle WiderstÀnde und Dioden werden ausgelötet. Die von den Drehgestellen kommenden DrÀhte werden von der Platine abgelötet. Dann werden zwei Trennungen von Leiterbahnen erforderlich. Diese sind im Bild schwarz gekennzeichnet. Eine der Leitungen, die von den Drehgestellen kommen, wird verlÀngert und die Lötstelle mit Gewebeband isoliert. Nun können die vier Leitungen von den Drehgestellen auf der Platine wieder angelötet werden.

Abb.: RĂŒdiger BĂ€cker (fĂŒr grosses Bild bitte anklicken)

Die beiden mit rot und grau markierten Punkte sind die MotoranschlĂŒsse. Das der Motor keine Masseverbindung mehr hat, wird mit einem Ohm-Meter ĂŒberprĂŒft. Das ist sehr wichtig. Unter UmstĂ€nden muss bei Ă€lteren Modellen eine der Buchsen des Motoranschlusses mit einer Kunststoffisolierung versehen werden. Dieses Teil gibt es als Ersatzteil, es reicht aber auch, wenn ein dĂŒnner Kunststoffstreifen verwendet wird, der eine Bohrung fĂŒr die Buchse fĂŒr die Kohle erhĂ€lt. Eine Seite des Motors ist bereits werkseitig isoliert, das kann man als Muster nehmen.

Wir haben nun vier wichtige Anschlusspunkte fĂŒr den Decoder auf der Platine. Die beiden orange und grau markierten Stellen sind die MotoranschlĂŒsse. Die mit rot und schwarz markierten Stellen sind die Punkte, wo die Spannung von Gleis anliegt. Die gleichfarbigen DrĂ€hte vom Decoder werden spĂ€ter auch dort angelötet.

Abb.: RĂŒdiger BĂ€cker (fĂŒr grosses Bild bitte anklicken)

Nun sehen wir uns einmal die Lampen an. Alle Birnen sind nun ĂŒber die Leiterbahn einseitig mit einander verbunden (blaue Linie). Die jeweils andere Seite der Birnchen ist frei. Dort mĂŒssen nun die richtigen DrĂ€hte vom Decoder hin. Um die gewĂŒnschten Funktionen zu bekommen, mĂŒssen die Birnchen mit den richtigen FunktionausgĂ€ngen des Decoder verbunden werden. Die roten Schlusslichter mĂŒssen ein-/ausschaltbar sein fahrtrichtungsabhĂ€ngig leuchten. Außerdem muss die weiße Dreifachbeleuchtung vorne und hinten einzeln schaltbar sein. FĂŒr die roten Schlusslichter kann der normale Lichtausgang benutzt werden. Das sind der gelbe und der weisse Draht. Die Funktion wird mit der Taste F0 geschaltet. Der weisse Draht wird mit der vorderen, der gelbe Draht mit der hinteren Birne verbunden. Um die weiße Dreifachbeleuchtung vorne und hinten einzeln schalten zu können, werden die FunktionsausgĂ€nge F1 und F2 benötigt. F1 liegt auf dem grĂŒnen Draht und schaltet die vordere Dreifachbeleuchtung, F2 liegt auf dem violetten Draht und schaltet die hintere Dreifachbeleuchtung. ZIMO weicht vom Standard ab, da liegt F2 auf einem braunen Draht. Auf dem Bild sind die einzelnen Lötpunkte mit den entsprechenden Farben markiert.

Abb.: RĂŒdiger BĂ€cker (fĂŒr grosses Bild bitte anklicken)

Wie das Ganze nun elektrisch aussieht, ist im nebenstehenden Bild zu sehen. Dort sind alle Anschlusspunkte markiert.

Um den Decoder unterzubringen ist innen im LokgehĂ€use sehr vorsichtig ein Teil des Stegs wegzuschneiden. Dann paßt der MX 63 problemlos quer auf die Platine, in den langen Vorbau und stört auch nicht beim Einsetzen der FĂŒhrerhauseinrichtung.

Abb.: RĂŒdiger BĂ€cker (fĂŒr grosses Bild bitte anklicken)

Das Ganze sieht dann so aus wie auf dem nebenstehenden Bild. Ich habe an der Seite etwas vom LokgehÀuse weggefeilt, damit die drei DrÀhte etwas mehr Luft haben.

Abb.: RĂŒdiger BĂ€cker (fĂŒr grosses Bild bitte anklicken)

Die FĂŒhrerhauseinrichtung kann dann wirklich problemlos eingesetzt werden und das Ganze klemmt nirgendwo, was ansonsten zu Probleme beim Aufsetzen des Mittelteils des GehĂ€uses fĂŒhren wĂŒrde.

Vorbildgerechter Lichtwechsel

Wie werden die Lichtbilder nun geschaltet?

Dazu nachfolgend eine Bild-Übersicht. Links sehen Sie das Bedienfeld der Intellibox oder des Daisy- bzw. Fred-Handreglers von Uhlenbrock. Die Zuordnung der FunKtionen zu den Funktionstasten bei den FREMO-FRED®s und FREDI®s ist identisch.

Abb.: RĂŒdiger BĂ€cker (fĂŒr grosses Bild bitte anklicken)

Wenn die Loks steht oder eine Fahrt bei Tag ohne Beleuchtung stattfindet, sind alle Lichter aus, d. h., es sind keine Funktionstasten gedrĂŒckt.

Abb.: RĂŒdiger BĂ€cker (fĂŒr grosses Bild bitte anklicken)

Wenn die Lok alleine unterwegs ist, sind die Dreifachbeleuchtung in Fahrtrichtung und die beiden roten Schlussleuchten hinten an. Dazu ist bei VorwĂ€rtsfahrt F0 und F1 zu drĂŒcken.

Abb.: RĂŒdiger BĂ€cker (fĂŒr grosses Bild bitte anklicken)

FĂ€hrt die Lok rĂŒckwĂ€rts, ist statt F1 die Funktion F2 zu aktivieren. Der Lichtwechsel vorn/hinten bei den beiden roten Schlussleuchten funktioniert bei aktivierter F0 automatisch.

Abb.: RĂŒdiger BĂ€cker (fĂŒr grosses Bild bitte anklicken)

Wenn die Lok nun einen Zug zieht, sollen die beiden roten Schlussleuchten nicht leuchten. Das bedeutet, es wird F0 nicht eingeschaltet. Die Dreifachbeleuchtung in Fahrtrichtung wird mit F1 eingeschaltet, wenn die Lok vorwÀrts fÀhrt...

Abb.: RĂŒdiger BĂ€cker (fĂŒr grosses Bild bitte anklicken)

...und mit F2, wenn die Lok rĂŒckwĂ€rts fĂ€hrt. Wie schon erwĂ€hnt, wird F0 dabei dann nicht bestĂ€tigt.

Abb.: RĂŒdiger BĂ€cker (fĂŒr grosses Bild bitte anklicken)

Anders sieht das aus, wen die Lok einen Zug schiebt, z. B. einen Wendezug. Dann darf die Dreifachbeleuchtung nicht an sein, aber die beiden roten Schlussleuchten werden mit F0 eingeschaltet.

Abb.: RĂŒdiger BĂ€cker (fĂŒr grosses Bild bitte anklicken)

Dabei ist es dann egal, ob die Lok vorwĂ€rts oder rĂŒckwĂ€rts fĂ€hrt, der Lichtwechsel vorn/hinten bei den beiden roten Schlussleuchten funktioniert bei aktivierter F0 wieder automatisch.

Abb.: RĂŒdiger BĂ€cker (fĂŒr grosses Bild bitte anklicken)

Bleibt noch die Beleuchtung bei Rangierfahrt. Dabei sind beide Dreifachbeleuchtungen an, d. h. F1 und F2 werden aktiviert und F0 bleibt aus.

Das wars, alle Lichtbilder können so dargestellt werden.

Wie die Beleuchtung in den Silberlingen funktioniert und dort ein Wechsel zwischen Stirnbeleuchtung bei geschobenen und roten Schlusslichtern bei gezogenem Steuerwagen funktioniert, wollte ich auch immer schon einmal beschreiben, es fehlte aber bislang die Zeit dazu...